Ein achtsames Jahr später – Zwischenfazit

Die im vergangenen Eintrag formulierten Eindrücke aus einem MBSR-Kurs liegen nun mehr als ein Jahr zurück. Was hat sich seitdem in meinem Leben getan? Hier eine kurze Zwischenbilanz.

Ich habe es geschafft, die Meditation zum festen Bestandteil meines Alltags zu machen. Ich stehe in der Regel um 5:15 Uhr auf und meditiere eine halbe Stunde im Sitzen. Seit einigen Wochen ergänze ich die Sitzungen mit einer Viertelstunde Yogaübungen. Im Laufe des Tages versuche ich, mindestens 20 weitere Minuten Zeit für eine zweite Sitzung zu finden.
Meine Aggressionen sind praktisch verschwunden. Zwar gerät ab und zu immer noch mein Blut in Wallung. Jedoch gelingt es mir heute, rechtzeitig vor dem Ausbruch Kontakt mit meinen hochkochenden Emotionen aufzunehmen und sie mit wohlwollender Betrachtung zu bändigen. Im Extremfall verlasse ich den Raum, bis ich mich wieder beruhigt habe.
Wir haben achtsame Rituale ins Familienleben integriert, darunter den Familienrat, von dem ich in einem späteren Beitrag erzählen werde.
Die Beziehung zu meiner Partnerin hat enorm an Tiefe gewonnen.
Ich habe alte Freundschaften reaktiviert und lebe sie nun auf eine Weise, die zu meinem Lebensglück beiträgt.
Mein Beruf ist nach wie vor anstrengend, aber er frisst mich nicht mehr auf. Trotz der durchschnittlich 5 Stunden Nachtschlaf bin ich den Morgen über fast immer präsent, zugewandt und geduldig.
Meine Art des Kommunizierens hat sich verändert. Ich vertraue viel mehr als früher auf meine Intuition und erfahre im Beruf ein ausgesprochen positives Feedback von meinen Schülern und deren Eltern.
Ich habe ein Achtsamkeitstraining für meine Schüler ins Leben gerufen. Seit Beginn des Schuljahres meditieren meine 13-jährigen mit mir und reagieren darauf überwiegend sehr positiv. Auch hierüber bald ein eigener Beitrag.
Mein Unterrichten ist anders geworden. Durch die Kombination von Entspannungs- und Konzentrationsübungen mit fremdsprachendidaktischen Inhalten entwickle ich neue Übungs- und Arbeitsformen, deren Effizienz und ganzheitlicher Charakter mich und meine Schüler verblüffen.

Ich schaffe es, mehrere Projekte gleichzeitig zu bearbeiten, ohne dabei jemals in Panik zu geraten. Insgesamt leiste ich mehr und fühle mich glücklicher dabei.

Ich genieße Geräusche, Musik, Literatur, Bilder, die Natur auf eine ganz neue Weise, indem ich sie ganz neu wahrnehme.

Ich bin Brotbäcker geworden, backe seit vielen Monaten mehrfach in der Woche köstliches Brot und freue mich, wenn meine Töchter ihre Schulbrote gern essen.

Bin ich ein anderer Mensch geworden? Ach nein, viel schöner: Ich bin mehr ich selbst geworden!

Ich habe begonnen, diesen Blog zu schreiben.

Pindo

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