Vermont – Lüneburg – Berlin – Der Weg entsteht beim Gehen…

Bei der Suche nach einem geeigneten Weg zur Achtsamkeit für meine Schüler stieß ich im Netz schnell auf die faszinierende Arbeit von Shinzen Young, Soryu Forall sowie auf das von ihnen begründete Center for Mindful Learning in Vermont / USA. In einer kurzen Email nach Vermont schilderte ich mein Anliegen, ein geeignetes Achtsamkeitstraining für Jugendliche an einer deutschen Schule etablieren zu wollen und schon wenige Tage später wies mir die Antwort den Weg, den ich nur noch zu beschreiten brauchte:

Ich erfuhr, dass Soryu Forall, der Initiator des Mind The Music-Programmes, im Sommer 2012 in Lüneburg zu Besuch sei, um sein Programm vorzustellen und mit deutschen Schülern zu arbeiten. Für alles Weitere sollte ich mich mit Sabine Heggemann, der Repräsentantin des CML in Deutschland in Kontakt setzen. Schon im ersten Telefonat reagierte Sabine Heggemann mit Begeisterung auf mein Interesse. Ich spürte sofort, dass ich eine Verbündete im Geiste getroffen hatte. Offensichtlich gab es also bereits eine Gruppe von Menschen, die ähnliche Ideen wie ich hatte, und nun erhielt ich die Möglichkeit, sie kennen zu lernen. Wie wunderbar!

Sabine erläuterte mir die Grundzüge von Mind the Music sowie den Ansatz der Basic Mindfulness von Shinzen Young, auf dem das Konzept aufbaute. Sie lud mich ein, Shinzens Ideen in einem Telefon-Konferenz-Kurs kennen zu lernen, den sie ab der kommenden Woche erstmals abhalten wollte. (Eine faszinierende Erfahrung, über die ich in einem späteren Beitrag schreiben werde.) Außerdem lud sie mich herzlich ein, im Juni nach Lüneburg zu kommen und Soryu bei der Arbeit mit Schülern zu begleiten. Sabine hatte Anfang des Schuljahres ein Pilotprojekt zur Einführung von Achtsamkeitselementen an der Integrierten Gesamtschule Lüneburg gestartet und Soryu wollte nun für drei Tage mit ihren Gruppen arbeiten. Die Aussicht begeisterte mich, ich hatte nur das Problem, das Soryus Anwesenheit in Lüneburg in den Zeitraum der letzten beiden Schultage vor den Sommerferien in Berlin fiel. Ich war Klassenlehrer und konnte mir kaum vorstellen, dass meine Schulleitung mit Begeisterung auf mein Ansinnen reagieren würde, während der letzten beiden Unterrichtstage auf Dienstreise gehen zu wollen. Dennoch rief ich bald darauf meinen Schulleiter an, erzählte ihm von meinem Vorhaben und der unglücklichen Terminkonstellation – und … stieß auf großes Interesse, Wohlwollen und eine Dienstbefreiung.

Se hace camino al andar.     Der Weg entsteht beim Gehen.

Pindo

3 Gedanken zu „Vermont – Lüneburg – Berlin – Der Weg entsteht beim Gehen…

  1. Pingback: Soryu Forall und Mind the Music – Wege zur Achtsamkeit in meiner Schule | Achtsam in Berlin

  2. Karin Wolf

    Lieber Pindo, hab Dank für deinen neuen Artikel im Blog zu Achtsamkeit in der Schule; ich empfinde deine Schreibweise als sehr angenehm, kurz und gleichzeitig lebhaft. Ich werde einige Links noch einmal nach verfolgen, in dieser Hinsicht Dank für deine Sorgfalt! gerade habe ich erfahren, dass mein Schwager gestern gestorben ist. Er hatte einen sehr aggressiven Krebs und war die letzten 2 Wochen zum Sterben nach hause gekommen. meine Schwester ist in Gesellschaft ihrer Kinder jetzt; gut so. Und ich darf hier vor mich hin trauern. Und was zu Essen kochen. Das Leben ist schon sehr vielschichtig, nicht wahr. Beste Grüße KW

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    1. Pindo Autor

      Liebe KW,
      vielen Dank für das aufbauende Feedback. Ich freue mich sehr, wenn du meine Texte anregend findest.
      Mein Beileid zum Tod deines Schwagers. Deine Zeilen machen mir Hoffnung, dass er und seine Familie seine letzten Tage bewusst und selbstbestimmt erleben durfte. Ich wünsche dir und deinen Lieben viel Kraft.
      Pindo

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