Archiv der Kategorie: Forschung zur Achtsamkeit

Empathie und der Sinn des Lebens

Jules, eine Leserin aus Kanada, die dort als Kinder- und Jugendpsychologin arbeitet, hat mich auf die faszinierende Arbeit von Brené Brown hingewiesen.

Brené Brown ist Sozialwissenschaftlerin an der Universität Houston. Sie erforscht unser Gefühl der Verbundenheit mit anderen Menschen. Laut Brown ist es DAS Gefühl, für das wir leben, das unserem Leben einen Sinn gibt.

In dem unten stehenden, sehr gelungen animierten Video spricht Brown über Empathie und Mitleid (engl.: sympathy). Dies sind zwei Haltungen, die viele Menschen miteinander vermengen, die jedoch gravierend unterschiedliche Konsequenzen haben: Während Empathie uns mit anderen Menschen verbindet – und so sinnstiftend wirkt, hat Mitleid die gegenteilige Konsequenz. Sie wirkt trennend.

Empathie, die Fähigkeit, mit einem anderen Menschen zu fühlen, setzt vier einzelne Teilfertigkeiten voraus:

  • die Perspektive eines anderen Menschen einzunehmen
  • sich dabei eines Urteils zu enthalten
  • die Gefühle des Anderen zu erkennen
  • darüber kommunizieren zu können.

Voraussetzung für empathisches Verhalten ist, dass wir mit uns selbst in Kontakt sind. Wir können erst dann angemessen auf das Gefühl des Anderen reagieren, wenn wir es auch in uns selbst wahrnehmen.

Für den Anderen ist dann gar nicht so sehr das entscheidend, WAS wir ihm sagen. Im Mittelpunkt steht vielmehr das Gefühl der Verbundenheit, das wir ihm mit unserer empathischen Reaktion vermitteln.

Hier wird deutlich, warum Achtsamkeit so gut tut und wieso ein Achtsamkeitstraining für Kinder und Jugendliche so wichtig ist: Wir trainieren dort nichts anderes als die Teilfertigkeiten der Empathie und ermöglichen ihnen damit ein sinnhaftes, erfülltes Leben.

Pindo.