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Wir Sternenwesen

Seit vielen Jahren besuche ich den Folgekurs bei meiner MBSR-Trainerin Karin Wolf, die mich im Jahr 2011 zum allerersten Mal mit dem Thema Meditation in Berührung gebracht hat.

Dieser Folgekurs ist für mich ein Anker im Alltag. Einmal im Monat komme ich dort mit vertrauten Menschen zusammen, lasse mich gemeinsam mit den anderen fallen in die Praxis, genieße die Stille, den Austausch über das uns Bewegende, das achtsame Zuhören der anderen, das wie von Zauberhand meine Gedanken ordnet, das erhebende Gefühl der Verbundenheit mit Gleichgesinnten

Finisterre, Mar de Fora, Juli 2020

Immer wieder teilen wir auch Gedanken aus Büchern, die uns gerade bewegen. So wie diesmal Olivia, die uns die folgende Passage von Bill Bryson schenkt:

„Auf Meereshöhe und bei 0°C enthält ein Kubikzentimeter Luft nicht weniger als 45 Milliarden Milliarden Moleküle. […] und wieviele sind es erst im Universum! Die Atome sind kurz gesagt, in wahrhaftig riesiger Zahl vorhanden. Außerdem sind sie unglaublich dauerhaft. Mit ihrer Langlebigkeit kommen die Atome wirklich weit herum. Jedes Atom in einem Menschen hat wahrscheinlich schon Aufenthalte in mehreren Sternen hinter sich und war auf dem Weg zu seiner jetzigen Position schon Bestandteil von Millionen Lebewesen. Jeder von uns besteht bei seinem Tod aus so vielen ständig wiederverwerteten Atomen, dass eine beträchtliche Zahl davon – nach manchen Schätzungen bis zu einer Milliarde in jedem Menschen – vermutlich einst zu Shakespeare gehörte. […] Jeder von uns ist also eine Reinkarnation- allerdings eine kurzlebige. Wenn wir gestorben sind, lösen unsere Atome sich voneinander und finden anderswo eine neue Verwendung- als Teil eines Blattes, eines anderen Menschen oder eines Tautropfens. Die Atome selbst jedoch leben praktisch ewig.“

Bill Bryson – Eine kurze Geschichte von fast allem

Stern – Shakespeare – ich – Tautropfen – … Ganz schön beeindruckend so eine Atombiographie.

Liebe Olivia, liebe Karin, danke fürs Teilen.

Pindo

Am Ende der Welt

Das Kap von Finisterre in Galicien ist seit Jahrtausenden ein besonderer Ort für die Menschen.

Für die Römer war es das FINIS TERRAE, das Ende der Welt. Die Galicier nennen es in ihrer Sprache FISTERRA.

Tausende Jakobspilger ziehen jedes Jahr über Santiago de Compostela hinaus noch ca. 80 km weiter, um an diesem Ort ihre spirituelle Reise abzuschließen. Eine Theorie besagt, dass sie damit einer jahrtausendalten, vorchristlichen Tradition folgen.

Für mich ist Finisterre bei jedem Besuch aufs Neue einmalig. Dort verwandelt sich die untergehende Sonne schon einmal in den Geist, der über dem Wasser schwebt.

An einem anderen, regnerischen Tag wird der Blick auf einen vorgelagerten Felsen zur Meditation über die Farbe Blau.
Pindo

Kap Finisterre

Kap Finisterre

Blick vom Kap

Blick vom Kap