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Schönheit des Verfalls

Beim Blick aus dem Fenster ins schneebedeckte, winterruhende Berlin wirkt dieses Herbstfoto anachronistisch.

Blätter im Herbst sind Symbole für die Ästhetik des Augenblicks. Vom Verfall gezeichnet leuchten sie dennoch in der durchscheinenden Morgensonne zu wahren Lichtkunstwerken auf. Und auch wenn das Blatt anscheinend stirbt, so ist es doch nur Teil des großen Ganzen, in diesem Fall des Baumes, der zur Ruhe kommt, um im kommenden Jahr mit frischer Kraft weiterleben zu können.

Pindo

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Spuren aus Licht

Achtsamkeit war für mich in den vergangenen Jahren ein vielfacher Türöffner – auch in Richtung Glauben, der mich als Kind geprägt hat und der im Staub meines Ärgers über all das Bedrückend Diesseitige in der Institution Kirche schon fast erstickt war.

In Berlin finde ich nun Menschen und eine Gemeinde, die mir helfen, diesen spirituellen Teil meines Lebens neu zu entdecken. Über sie habe ich auch das folgende Lied kennen gelernt. Seine schlichte Schönheit dringt tief.

In Assoziation dazu drei Bilder, die ich vor einiger Zeit in Maria Regina Martyrum gemacht habe. In der Kirche wird den Opfern der Hinrichtungsstätte Plötzensee gedacht.

Pindo

Spuren aus Licht
durchziehn die Zeit
leuchten bis heute
in Ewigkeit.

Spuren aus Licht
kommen von weit,
strahlen von ferne
in unsere Zeit.

Spuren aus Licht
in Freud und Leid
dringen bis tief
in die Dunkelheit.

Spuren aus Licht
durchziehn die Zeit
leuchten bis heute
in Ewigkeit.

Vom Himmel zur Erde
und wieder zurück.
Gott ist mit uns
jeden Augenblick.

Als Bäume werden wir sanfter sein

Mit Hilde Domins LICHTINSEL begann mein Tag heute. Nachmittags kam mir das Gedicht dann wieder in den Sinn, als Zeuge des sanften Miteinanders von Eiche und Birke am Sakrower See.

PINDO

LICHTINSEL

Mein Schatten
der schmalste einsamste
unter den Toten

Auf der Lichtinsel
streunend
herrenlos

Vielleicht
diese Scharen
vielleicht
unter ihnen
wir
neu ausgesät

Als Bäume
werden wir sanfter sein

Vielleicht
als Bäume