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Todo cambia – Alles ändert sich

Gestern war der letzte Schultag meiner Abiturienten. Den Schülerinnen und Schülern meines Leistungskurses Spanisch habe ich zum Abschied und zum Abschluss einer Lebensphase ein Lied geschenkt. Es heißt TODO CAMBIA – ALLES ÄNDERT SICH und ist von Mercedes Sosa (1935-2009), der vielleicht größten Sängerin Lateinamerikas.

Mercedes Sosa singt darin ein Gedicht des chilenischen Dichters Julio Numhauser über die Veränderlichkeit als einzige Konstanz im Leben, den Schmerz und die Heimatliebe des Exilanten, und auch über die Hoffnung  auf eine künftige politische Änderung, aufsteigend aus dem Wissen um das universale Gesetz der Veränderlichkeit.

Hier das Lied in zwei Fassungen. Zunächst die Studioversion, die die ganze Schönheit des Gesangs wiedergibt. Anschließend ein Konzertmitschnitt aus der späten Schaffensphase der Sosa. In sich ein Dokument der Änderung und zugleich Zeugnis der Freude und Liebe, die Musik im Menschen auslösen kann. Unter den Videos folgt meine eigene Übersetzung.

Pindo

 

Es ändert sich das Oberflächliche

Es ändert sich auch das Profunde

Es ändert sich die Art zu Denken

Es ändert sich alles in dieser Welt

Es ändert sich das Klima mit den Jahren

Es ändert der Schäfer seine Herde

Und so wie sich alles ändert,

Ändere auch ich mich, wen wundert es

Es ändert der feinste Brillant

Wenn er von Hand zu Hand geht seinen Glanz

Es ändert sein Nest der Vogel

Es ändert seine Empfindungen der Liebende

Es ändert die Richtung der Wanderer

Auch wenn es ihm Schmerz bereitet

Und so wie sich alles ändert,

Ändere auch ich mich, wen wundert es.

Es ändert sich alles, alles ändert sich

Es ändert sich alles, alles ändert sich

Es ändert sich der Lauf der Sonne,

Während die Nacht da ist

Es ändert sich die Pflanze

und zieht sich grün an im Frühling

Es ändert sein Fell das wilde Tier

Es ändert sein Haar der Greis

Und so wie sich alles ändert,

Ändere auch ich mich, wen wundert es.

Aber es ändert sich nicht meine Liebe,

Möge ich auch weit fort sein

Noch die Erinnerung oder

Der Schmerz meines Volkes

Und meiner Leute

Was sich gestern geändert hat,

Muss sich morgen wieder ändern

So wie ich mich ändere

Hier, weit entfernt

Es ändert sich alles, alles ändert sich

Es ändert sich alles, alles ändert sich

Aber es ändert sich nicht meine Liebe

Mind the Music – worum geht es?

Mind the Music bietet einen  Weg zur Achtsamkeit, der vier Aspekte schult, die im Leben der Jugendlichen eine zentrale Rolle spielen (sollten):

  • das Vermögen, sich zu entspannen,
  • die Fähigkeit zu fokussieren, festgemacht am achtsamen Zuhören
  • die Bereitschaft, eigene Gefühle kennen zu lernen und anzunehmen,
  • die Möglichkeit, sich echte Ziele zu setzen und sich auf den Weg zu machen, sie zu erreichen.

Musik hat in der Methode eine zentrale Bedeutung inne. Sie schlägt die Brücke zu den Jugendlichen, die schon viele Erfahrungen im Umgang mit Musik als Entspannungsinstrument mitbringen und so Vertrauen schöpfen. Und sie bietet in einer Gruppe von 35 DreizehnJährigen die notwendige Sicherheit, sich auf Achtsamkeit einzulassen. Denn: in Stille mit geschlossenen Augen beieinander zu sitzen und zu meditieren, ist kein besonders cooler Gedanke. Wenn die Schüler aber dasselbe machen sollen und dabei ein Lied ihrer Wahl hören dürfen, dann sind sie mit Begeisterung bei der Sache und zeigen große Offenheit, neue Erfahrungen zu machen und auch über diese zu sprechen.

Soryu Forall und Jugendliche aus seinen Kursen in Burlington / Vermont stellen die Grundelemente von Mind the Music in vier Videos eindrucksvoll dar. Das erste gebe ich unten wieder.