Schlagwort-Archive: Sydney

Wanderung im Sydney Harbour

Lange war es still in meinem Blog. Die Erfahrungen in Sydney sind manchmal zu intensiv, als dass sie in Worte passen. Vielleicht gelingt der Neubeginn über Bilder.

Faszinierend ist in Australien das direkte Nebeneinander von europäisch anmutender Zivilisation und ursprünglicher Wildnis. Im Sydney Harbour, direkt neben dem Großstadtgebrodel, begebe ich mich auf eine 10 Kilometer lange Wanderung immer am Wasser entlang, durch den Sydney Harbour National Park nach Manly.

Mir bieten sich vielfache Kontraste. Ein toter Baum streckt mir seine Fratze entgegen. Daneben entwickeln überall Farne als Sinnbild entstehenden Lebens.

Pindo

 

 

A newbie in Sydney

img_8908

Anfänger nennen die Australier newbies. Ich bin ein newbie hier in so vielen Dingen. Ich sehe und höre um mich und staune, und ich sehe und lausche in mich hinein und staune noch mehr über meine heftigen Reaktionen, zum Beispiel über den Ärger, wenn ich 50 Minuten auf einen Bus warte und ich empört den ach so schrecklichen Nahverkehr hier mit unserer paradiesischen (?) Berliner BVG und den S-Bahnen vergleiche oder wenn ich an einem Randstein stolpere, weil die Bürgersteige hier so ganz anders sind, als ich es gewohnt bin und sich ein Fluch Bahn bricht. Oder wenn ich ein Auto fahre und immer wieder aufs Neue den Scheibenwischer bediene anstatt den Blinker…

Dann stehe ich neben mir, betrachte meine Emotionen, wie sie sich zunächst immer weiter hoch schaukeln, bis plötzlich ein amüsiertes Lächeln die Oberhand gewinnt, wenn mir klar wird, wie schwer ich mich doch dabei tue, meine gewohnten Bahnen zu verlassen. Selbst eine hoch zivilierte Stadt wie Sydney wird da zur großen, exotischen Herausforderung.

In der Achtsamkeit spricht man vom „Anfängergeist“. Sie ist eine der grundlegenden Haltungen, die es zu üben gilt. In den Kursen von Fokus Achtsamkeit lehren wir, dass es darum geht, das ganze Leben, jede einzelne Situation, als Lerngelegenheit wahr- und anzunehmen. Seit 10 Wochen kann ich mich nicht über den Mangel an Lerngelegenheiten beklagen. Das Leben bietet sich mir so prall, dass ich einfach überwältigt bin, abends todmüde, nachts dafür oft hellwach. Ich verbringe so viel Zeit damit, einfach nur wahrzunehmen, zu sehen, hören und fühlen, dass bisher kaum Zeit bleibt, es zu reflektieren. Deshalb auch die Schreibpause in den vergangenen Wochen.

Und dennoch: Trotz aller Unsicherheit und all der heftigen Reaktionen… Ich fühle, dass ich genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dafür bin ich dankbar.

Pindo