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Das Häslein

Ein Buchgeschenk meiner Mutter lässt mich Christian Morgenstern neu entdecken. Das folgende Gedicht passt hier her:

Das lyrische Ich erfährt draußen in der Natur einen wunderbaren Moment des Verbundenseins mit dem großen Ganzen. Zauberhaft in Worte gefasst.

Die Verse stehen im Dialog mit einem Waldfoto, das im Sommer auf der Halbinsel Morrazo in Galicien entstanden ist.

Pindo

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Unterm Schirme, tief im Tann,
hab ich heut gelegen,
durch die schweren Zweige rann
reicher Sommerregen.

Plötzlich rauscht das nasse Gras –
stille! nicht gemuckt! -:
Mir zur Seite duckt
sich ein junger Has…

Dummes Häschen,
bist du blind?
Hat dein Näschen
keinen Wind?

Doch das Häschen, unbewegt,
nutzt, was ihm beschieden,
Ohren, weit zurückgelegt,
Miene, schlau zufrieden.

Ohne Atem lieg ich fast,
laß die Mücken sitzen;
still besieht mein kleiner Gast
meine Stiefelspitzen…

Um uns beide – tropf – tropf – tropf –
traut eintönig Rauschen…
Auf dem Schirmdach – klopf – klopf – klopf.
Und wir lauschen… lauschen…

Wunderwürzig kommt ein Duft
durch den Wald geflogen;
Häschen schnubbert in die Luft,
fühlt sich fortgezogen;

schiebt gemächlich seitwärts, macht
Männchen aller Ecken…
Herzlich hab ich aufgelacht -:
Ei der wilde Schrecken!

Frühling im Wald

Der Königswald am Sacrower See gehört zu meinen liebsten Orten rund um Berlin. Wasser, das durch Bäume hindurch glitzert, der Geruch von Bärlauch in der Luft, Vogelgezwitscher, eine knorrige Eiche, halb im Wasser liegend, die unbeirrt weiter wächst und meine Töchter, die auf ihr balancieren, Stämme, die in alle erdenklichen Richtungen wachsen, eine Lichtung im Wald, die Erinnerungen an Badevergnügen in wärmeren Zeiten weckt. Ein  Ort, der mich zur Ruhe kommen lässt.

Übrigens: Winterbilder vom Sacrower See finden Sie hier.

Pindo

Waldgeister im Courel

Im Sommer waren wir im Courel, einer Gebirgsregion im Landesinneren Galiciens, a Galicia profunda, ein Flecken Erde, an dem die Zeit langsamer vergeht als an anderen Orten.

In den Wäldern begegnen uns Bäume, die verstehen lassen, wieso die  Menschen in der alten Zeit, die dort noch gar nicht so lange her ist, ganz selbstverständlich mit Naturgeistern zusammenlebten.

Hier drei ganz unterschiedlich gestimmte Baumgeister, die mir zufällig vor die Kamera gerieten.

Pindo

„Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden“ …

Gestern ein ruhiger Tag mit der Familie im Wald.
Buchen, Linden, Eichen, Schluchten, Spechte, Kobolde, Vogelgesang, Holzofenbrot und ein Schlossgespenst an der Burg Rabenstein im hohen Fläming. Ein zauberhafter Ort.
Auf dem Weg ins Tal entstehen Fotos. Wir kommen an einer Tafel vorbei, die ein Gedicht von Erich Kästner darbietet:

Die Seele wird vom Pflastertreten krumm.
Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden
und tauscht bei ihnen seine Seele um.
Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm.
Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.

 

Pindo